Reisebericht: Rundreise Meghalaya und Assam

Das „Andere Indien“

Kurz vor meiner Reise nach Deutschland habe ich für zwei Wochen die Nordoststaaten Indiens erkundet.

Nordostaaten? Ist dir schon einmal der Zipfel bei Tibet, China, Mianmar und Bangladesh, am nordöstlichen Rande Indiens aufgefallen? Das sind die Nordostaaten.

Touristisch werden sie mehr und mehr erschlossen, aber gehören dennoch zu einem sehr ursprünglichen Teil Indiens mit vielen landschaftlichen, kulturellen und geschichtlichen Besonderheiten.

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Die Sieben Schwestern

Sieben Staaten, bekannt als die „Sieben Schwestern“ und namentlich Assam, Meghalaya, Arunachal Pradesh, Manipur, Nagaland, Mizupur und Tripura befinden sich hier. Als achter Staat wird auch Sikkim nun dazu gezählt.

Der Tourismus entwickelte sich hier sehr langsam. Teils aufgrund ihrer abgelegenen Position, teils, weil es bis vor einigen Jahren in dieser Region immer wieder zu gewalttätigen Aufständen in der Bevölkerung gekommen ist, um für eine Unabhängigkeit zu kämpfen.

Für uns besucher hat das den Vorteil, dass man in den Nordoststaaten Indiens noch sehr viel Originalität erfahren kann. Dieses spiegelt sich natürlich hin und wieder auch im Zustand der Straßen, als auch in der Unterkunftsmöglichkeit wider. Zumindest in den Hauptreisegebieten gibt es mittlerweile jedoch eine gute touristische Infrastruktur.

Für den Besuch von Arunachal, Mizoram, Manipur und Nagaland benötigt man eine bestimmte Einreiseerlaubnis, die sogenannte „Inner Line Permit“.

Schon zweimal bin Ich in Arunachal Pradesh, im Norden an der Grenze zu Tibet/China für die Teilnahmen an mehrtägigen Fahrradrennen gewesen.

Rundreise Meghalaya und Assam

Dieses Mal bereiste ich in zwei Wochen die Staaten Assam und Meghalaya. Wir legten über 3000 km in einem Kleinfahrzeug Namens Alto mit meinem lokalen Partner Roheen und Fotograf Devraj zurück.

Mit Roheen und Devraj im Alto unterwegs

Anmerkungen:

  1. 3000 km auf indischen Straßen ist viel. Teilweise saßen wir 12 Stunden und länger im Auto saßen.
  2. Ein Alto ist ein winziger Kleinwagen. Dieses Auto hat zudem schon etliche Jahre auf den Buckel. Es hat die Tour aber mit gutem Zureden wunderbar gemeistert.
  3. Roheen ist mein lokaler Partner vorort und gemeinsam mit Devraj, einem freien Mitarbeiter und Freund sind wir zusammen unsere gemeinsamen Reiserouten abgefahren, damit ich noch einen besseren Einblick von den Gegenden erhalte und meine eigenen Touren optimieren kann.

In Guter Begleitung

Devraj und Roheen machten mir gleich zu Beginn der Reise zwei wichtige Assam Regeln bei:

Upai Nai“- keine Wahl

„Lahe, Lahe“- Langsam, Langsam

Diese Floskeln wusste ich sowohl während der Reise, als auch noch jetzt zu beherzigen.

Roheen selbst ist Angehöriger eines Assamesischen Stammes und sein Vater arbeitet noch immer im Teegeschäft. Devraj hat der Bedeutung seines Namens „König der Götter“ alle Ehre gemacht und durch seine guten Kontakte und adeligen Stand immer wieder für kleine Extra Highights gesorgt!

Die Erkundungstour hinterließ nicht nur einen großen Eindruck und das Bedürfnis, schnellstmöglich zurückzukehren, sondern vorallem den Wunsch, noch gezielter Chalo-Reisen Touren hier anzubieten.

In den Nordostaaten gibt es über 200 verschiedene Stämme, die alle auf unterschiedlichen Routen vor vielen Jahrhunderten aus den umliegenden Nachbarregionen sich hier im fruchtbaren Brahmaputra Tal niedergelassen haben.

bei Roheen zu Gast: Ich bin 4 Frauen aus Assam- alle gehören einer ganz eigenen enthnischen Gruppe an

Sie alle unterscheiden sich in ihrer Sprache, Kleidung, Aussehen, Religion, Nahrung und in ihren Traditionen. Auf einer Reise im Nordosten Indiens erhält man einen sehr guten Einblick in ihre Lebensweise, vorallen wenn man bei ihnen in einem Homestay für ein paar Tage lebt.

Meghalaya: Wasserfälle, Höhlen und lebendige Wurzelbrücken

Im hügeligen Meghalaya „dem Wohnsitz der Wolken“, regnerischsten Ort der Welt und zuhause der der Stämme Khasi, Jainta und Garo, haben wir wunderbare Wanderungen zu glasklaren Flüssen (Umngot), den lebenden Wurzel-Brücken, durch Höhlen und zu zahlreichen Wasserfällen bei Cherapunji gemacht. Haben das sauberste Dorf Indiens Mawlynnong und das Kongthong Dorf besucht. In diesem Dorf trägt jeder der Einwohner zusätzlich zum Rufnamen auch einen „Klangnamen“ der durch die Aneinanderreihung von Lauten entsteht und weit hörbar in der hügeligen Landschaft ist.

Wir haben bei Dawki einen Fuß auf Bangladesh gesetzt, in den Garo Bergen eine Musik und Weinfest besucht und in einem Khasi Haus aus Bamboo einheimische Musik von selbstgebauten Instrumenten gelauscht. In Shillong haben das Don-Bosco-Museum besucht und Live Musik gehört und uns durch die verschiedensten Reiseweine und lokalen Gerichte probiert!

Meghalaya ist wirklich ein toller Ort um aktive Urlaubstage in unberührter Natur mit kulturellen Begegnungen zu genießen!

Assam: Nashörner, Teeplantagen und Indegene Völker

Über Assam habe ich schon einige Artikel hier veröffentlicht:

Assam Seide – Vom Kokon der Seidenraupe bis zum fertigen Schal

Chai, Chai-Garam Chai

6 Reiseziele in Assam

Lies einmal hinein, wenn es dich interessiert!

Hier unsere kleine Assam Tour einmal kurz zusammengefasst:

Wir haben das Seidenviertel Sualkuchi bei Guwahait besucht wo fast jede Familie im Hinterhof eine Seidenfabrik besitzt. Dann haben wir auf dem Sapoi Tea Estate in einem Bungalow mitten im Tee übernachtet und am nächsten Tag an einer Führung durch die Teefabrik teilgenommen. Anschließend haben wir Delphine im Brahmaputra von einem Boot beobachtet und Nashörner vom Rücken eines Elefanten im Kaziranga Nationalpark beobachtet. Schließlich waren auf der größten Flussinsel der Welt um dort die Satras, hinduistische Klöster zu besuchen und haben eine Wanderung auf der Dibru Saikhowa Insel, einem weiteren Nationalpark gemacht.

Außerdem haben wir verschiedene Dörfer der Stämme Mishing, Thai Phake und Singpho besucht und mit den Menschen gelebt, gekocht und Hochzeiten gefeiert.

Zudem haben wir die Älteste und noch immer genutzte Öl-Raffinerie und Kohlewerke besucht und sind ein kurzes Stück auf der Stillwell Road gefahren, die während des zweiten Weltkrieges in Rekordzeit gebaut wurde und auch den Namen „One Mile, One Man“ trägt, da so viele Soldaten beim Bau ihr Leben dort verloren.

Fazit

Ich bin immer noch ziemlich begeistert von der Reise. Trotz meiner mittlerweile 12 Jahren die ich in Indien lebe, ist es für mich unglaublich, dass es „DAS INDIEN“ einfach nicht gibt!

Die Erfahrungen, die ich während der Reise machen durfte, die Menschen die ich kennenlernte und die Landschaften durch die ich streifte, hatten kaum etwas mit dem typischen Bild von Indien zu tun.

Vielmehr fühlte ich mich mal wie in Vietnam, mal wie in Malaysia und ein anderes Mal wie in China zurückversetzt.

Und genau das ist es, was ich an Indien so liebe! Es gibt einfach keine passende Beschreibung für Indien, außer dass es wunderbar vielseitig und vielschichtig ist Sowohl kulturell, religiös und landschaftlich- und das alles innerhalb einer Landesgrenze.

Wenn du selbst Lust auf eine Reise in Nord Ost Indien hast,

schau doch mal auf diesen Seiten vorbei:

Aktivreise durch Meghalaya und Assam

Aktivreise durch Arunachal Pradesh und Assam

Fahrrad Tour durch das östliche Arunachal Pradesh

Erlebnisreise durch Meghalaya, Assam und Arunachal Pradesh

Motorrad Reise durch die Nord Ost Staaten Indiens

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